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(Selbst-)Mitgefühl

”Vielleicht ist alles Erschreckende in seiner tiefsten Essenz ein Hilfloses, das unserer Liebe bedarf.“
Rainer Maria Rilke

 

Selbstmitgefühl, Mitgefühl mit sich selbst, bedeutet mit uns selbst Freundschaft zu schließen. Dafür brauchen wir eine innere Haltung von Freundlichkeit, Milde und Wohlwollen. Oft ist es so, dass wir unseren strengsten und erbarmungslosesten Kritiker immer in uns tragen. Alles was wir tun und das was  uns passiert, wird kommentiert und bewertet. Mit einer freundlichen, liebevollen Aufmerksamkeit fällt es uns leichter, den Augenblick erst einmal so wahrzunehmen wie er ist und uns nicht gleich in einem geistigen Tunnel von Abwertung, Strenge und Kritik, Ängsten und Widrigkeiten wiederzufinden. Mit dieser wohlmeinenden und mitfühlenden Haltung erweitern wir unsere Kapazität, die geistige und emotionale Fülle der Erfahrungen zu erleben und zu halten, anstatt uns von ihnen abzutrennen und den Kontakt zu unseren Gefühlen zu verlieren. Wenn wir diese Form des Mitgefühls für uns selbst erst einmal entwickelt haben, sind wir auch bereit, anderen mehr Mitgefühl entgegenzubringen. So wirken wir der Tendenz entgegen, uns angegriffen zu fühlen und andere als potenzielle Feinde und Konkurrenten zu betrachten. Das, was wir uns von unseren Eltern am meisten gewünscht haben, was wir bei geliebten Menschen, FreundInnen, Lehrern oder Therapeuten suchen, was wir letztendlich von uns selbst brauchen, können wir uns selbst durch liebevolle Güte und Mitgefühl geben.

Katrin Hensel

Petra Foidl

Remise/Werkstatt für Clownforschung

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