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Emotionale Verdauung

„Es ist mir auf den Magen geschlagen“: Es kommt vor, dass wir Emotionen wie Zorn und Wut zu oft runterschlucken. Dadurch fühlt sich unser Verdauungssystem animiert, diese Emotionen zu „verdauen“. Wir werden buchstäblich „sauer“. Der Magen schüttet Säure aus und wenn die Magensäure nichts anderes vorfindet, fängt sie an, die eigene Schleimhaut zu verdauen. Diese Art der „Selbstzerfleischung“ ist auf Dauer nicht gesund.


Wir suchen also besser ein Gleichgewicht, das uns erlaubt, einerseits intensiv am Leben teilzunehmen, mit all den dazugehörenden Emotionen und andererseits eine wirksame „Psychohygiene“ zu betreiben, sodass sich Emotionen nicht stauen und wir daran erkranken.
 

Wie also umgehen mit emotionalen Belastungen, Ängsten und Dauerstress? Der erste Schritt ist – wie so oft – das Bewusstwerden und das Anerkennen, was gerade ist. Ich gebe der Emotion die Erlaubnis, da zu sein, ohne sie sofort ausagieren zu müssen. Ich beobachte, was passiert. Das ist etwas anderes als „runterschlucken“.

Im Zen-Buddhismus gilt es als erstrebenswert, Kontrolle über seine Emotionen zu erlangen. Doch nicht im Sinne von unterdrücken, wie es in unserer rationalen Kultur zu oft üblich ist, sondern dass wir sie aufmerksam beobachten. (siehe auch Durch die Krise mit Hirn und Herz). Anstatt dass die Wut oder der Zorn auf destruktive Art aus uns herausbricht und uns blind reagieren lässt, können wir diese Kraft in etwas Konstruktives verwandeln. Wir engagieren uns für etwas statt gegen etwas oder jemand. Diese Art der Verdauung bzw. Veredelung von Emotionen wird auf Dauer nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Mitwelt gesünder sein.

 

"Du veränderst Dinge nicht, indem Du die bestehende Realität bekämpfst. Um etwas zu verändern, musst Du ein neues Modell erschaffen, welches das bestehende Modell überflüssig macht." ( Richard Buckminster Fuller)


Andreas Fiedler

 

Foto: © pixabay.com

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