Der zyklische Schmerz der Gebärmutter

„Unter Schmerzen sollst Du Dein Kind gebären.“, steht es unangefochten in der Bibel geschrieben. Auch der Schmerz, der während der Periode auftreten kann, scheint wenig infrage gestellt, sondern als normal angesehen zu werden. Immer wieder begegne ich Frauen, die Menstruationsbeschwerden hinnehmen und als unveränderbar betrachten.

Schmerz ist immer ein Signal des Körpers dafür, dass etwas nicht im Gleichgewicht ist. 

Doch Gleichgewicht lässt sich wieder herstellen.

 

Viele Frauen leiden zyklusbedingt bis zu drei Tagen unter Kopfschmerzen oder Migräne, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, sind erschöpft und müde. Sogar Ohnmachtsanfälle können  während der Periode auftreten.

Ich erinnere mich noch aus der Schulzeit an die immer selben Mädchen, die regelmäßig vom Sportunterricht befreit waren. Dabei ist gerade Bewegung gut gegen den Schmerz. Der Beckenbereich wird dadurch besser durchblutet und Verkrampfungen können sich lösen. 

 

Es gibt eine Vielzahl an Tipps und guten Ratschlägen, die frau befolgen kann, um die Beschwerden zu lindern. Es gibt Tees aus Kräutern, wie Mönchspfeffer, Herzgespann, Salbei, Schafgarbe oder Frauenmantel, die Linderung verschaffen. 

Viele Frauen berichten auch, dass sie keine Schmerzen mehr haben, seitdem sie Tampons durch bspw. Menocups ersetzt haben. Tampons stören die Flora und können giftige Inhaltsstoffe wie Pestizide enthalten. Zwar wurde hier von den Herstellern nachgebessert, aber Rückstände können nicht ausgeschlossen werden. Ein Menocup oder ein Menstruationsslip lassen zu, dass das Blut fließen kann und nehmen keinerlei Einfluss auf die Schleimhäute.

 

Auch die innere Einstellung zur eigenen Monatsblutung kann eine Rolle spielen. Vielleicht habe ich ja eine „verkrampfte“ Haltung dazu und bin bereits vor der Blutung im Widerstand mit ihr?

 

 

Dazu fallen mir folgende Fragen ein: Wie war es, die erste Monatsblutung zu bekommen - war sie unerwünscht und wurde sie als lästig empfunden?

War da Freude und wurde vielleicht sogar gefeiert?
Wie ist es jetzt mit der Monatsblutung - wird sie abgelehnt, begrüßt oder neutral betrachtet? Ist da vielleicht sogar Ekel oder Scham?
Inwiefern und mit welchen Worten wird darüber gesprochen?

 

In der Geschichte gibt es viele Beispiele dafür, dass das monatliche Bluten von Frauen, und somit auch die Frauen selbst, als unrein angesehen wurden. Spätestens seit der Antike wird dieser natürliche Vorgang als etwas Negatives betrachtet. 

 

Ich glaube, dass sich diese Einstellung in die Körper eingeschrieben hat. Es gibt viele Frauen, die einen lockeren und akzeptierenden Umgang mit ihrem Körper und der Monatsblutung gefunden haben. Es gibt allerdings auch immer noch viele Frauen, die die Blutung, und somit letztendlich auch einen Teil von sich selbst, ablehnen. 

 

Vielleicht ist der Schmerz das Signal der Ablehnung. Denn, wenn wir etwas anders haben wollen als es ist, schaffen wir Leid. Und hier kommt meine “Lieblingszauberformel” der radikalen Akzeptanz ins Spiel: “Ja, ich und mein Körper sind Teil der zyklischen Natur und da ist manchmal auch Schmerz. Ja, so ist es.”

 

Mit dieser Art der Annahme kann ich mein Denken verändern und damit beginnen, den Ausleitungsprozess und seine reinigende Kraft zu begrüßen. Wie wäre das?

 

Katharina Höricke

 

 

Bild zur Meldung: © Yu Kato auf Unsplash

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