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Wenn Fürsorge zum Magneten wird!

Fürsorge können wir als die vorausschauende Anteilnahme an meinen Mitmenschen, der Umwelt und mir selbst gegenüber verstehen. Das innere  Besorgtsein kann durchaus dazu führen, dass sich ein Gefühl der Angst entwickelt, obwohl noch gar nichts passiert ist.

 

Sorgen tragen wir alle in uns, sie sind uns mal mehr, mal weniger gegenwärtig. Wenn wir in unserer Vorstellung eine Kette von negativen Gefühlen auftauchen lassen, geschieht dabei eine Aufmerksamkeitsverschiebung auf Befürchtungen und mögliche negative Folgen.

 

Wer kennt das nicht: wenn unsere Liebsten zur Arbeit, Schule oder zum Kindergarten gehen und wir uns wünschen, dass sie wohlbehalten wieder nach Hause kommen. Die sorgenhaften Vorstellungsketten tauchen auf. 


Durch die Beschäftigung mit dem Thema Fürsorge, Sorge und Selbstfürsorge wurde mir eine Erfahrung klarer, die ich vor Jahren machen durfte. An einem Strand auf Kauai (Hawaii) sah ich, wie ein Boot in den Wellen heftig hin- und herbewegt wurde. Jemand warf ein großes Bündel über Bord und zwei Menschen im Wasser nahmen es entgegen. Ich wunderte mich und machte mir Sorgen um diese Menschen, ob sie es wohl an Land schaffen würden. Ich schaute eine Weile zu und meine Sorge wurde größer, dass sie es wirklich nicht schaffen könnten.

 

Nach einiger Zeit ließ der eine das Bündel los, um gegen die Wellen und vor allem gegen die Strömung zu schwimmen. Ich setzte meinen Spaziergang am Strand fort, aber meine Sorge um diese Menschen ließ mich bald wieder umkehren. So sah ich, wie jetzt einer der Jungs am Strand auf dem Rücken lag und heftig atmete.

 

Wie ein Magnet der Sorge zog es mich zu diesem Menschen hin. Ich näherte mich ganz langsam und kniete mich neben ihn, legte behutsam meine Hand auf seine Brust, die sich  heftig auf und ab bewegte. Er öffnete seine Augen und fragte, jedes Wort kam stoßweise heraus: lebe ich noch? Ich antwortete nur:  ja du lebst, atme, langsam, ruhig, ich bin bei dir. 

Meine eine Hand lag auf seinem Herzen und meine andere auf meinem eigenen Herzen. Ich war tief berührt, ganz in diesem Moment, für einen mir unbekannten Menschen da sein zu dürfen, der gerade noch in Todesangst war. Er fing an zu weinen, zu zittern und es brauchte eine ganze Weile, bis sich sein System einigermaßen stabilisiert und beruhigt hatte.

 

Ich wünsche mir, dass die Sorge um unseren Planeten, um unsere Liebsten, um andere Menschen von Herzen kommt und eine Verwandlung vom fast Sterben sich ins Leben ergießt. Oder, wie eine Freundin sagte: Wenn die Fürsorge von Herzen kommt trägt sie den Samen für Heilung in sich. 

 

Saleha Ruck

 

 

Bild zur Meldung: © Emiliano Vittoriosi auf Unsplash

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