Altes Wissen - ganz aktuell. Ernährung nach H. von Bingen

Für Hildegard von Bingen (Ärztin, Naturforscherin und Theologin; 1098 – 1179) waren spirituelle Gesundheit, Ernährung und Lebensstil eng verbunden. Sie integrierte unterschiedlichen Wissensgebiete wie z.B. die Kräuterkunde und seelische Vorgänge. Damit ist sie Vorreiterin einer ganzheitlichen Psychosomatik, die sich in ihren sechs goldenen Lebensregeln ausdrückt:

 

  1. Lebe in Harmonie mit der Natur und dem Universum.
  2. Deine Lebensmittel sind Deine Heilmittel zum Leben.
  3. Bringe Bewegung und Ruhe, Gebet und Meditation in ein gesundes Gleichgewicht.
  4. Bringe Schlafen und Wachen zur Regeneration überstrapazierter Nerven in ein Gleichgewicht
  5. Fördere die Ausleitung von Gift- und Schlackenstoffen aus Blut, Lymphe und Bindegewebe.
  6. Fördere deine spirituelle Gesundheit und damit deine Abwehrkräfte, indem du die negativen Kräfte deiner Sorgen, Nöte und Süchte in positive Kräfte wie Liebe und Freude verwandelst.

 

Für die gesunde Komposition einer Mahlzeit nimmt Hildegard von Bingen eine Gewichtung nach fünf Gruppen vor:

 

Die erste und wichtigste Gruppe besteht aus dem Getreide, vor allem dem Dinkel: dieser enthält so gut wie alles, was der Mensch zu Leben braucht: Kohlenhydrate, Proteine, Fett und alle Mineralien und Spurenelemente, die der Körper zum Aufbau von Knochen, Fasern und Gelenken, zur Aufrechterhaltung des Elektrolythaushaltes und für die Herzregeneration braucht.

 

Neben dem Dinkel wird insbesondere die Esskastanie/ Marone empfohlen, eines der wenigen Universalmittel, die nach Hildegard für den Menschen uneingeschränkt gesund sind.

 

Die zweitwichtigste Gruppe besteht aus Obst und Gemüse: als Quelle wichtiger Vitamine,

 

Mineralien und sekundärer Pflanzenheilstoffe, wie Antioxidantien und Ballaststoffe für eine gute Verdauung. Gemüse wird immer gekocht, gebeizt, gedünstet und sollte niemals roh sein. Großen Wert legt Hildegard auf die Grünkraft in den Pflanzen, dadurch entfalten diese ihre besondere Heilwirkung.

 

Die vierte Gruppe besteht aus Milchprodukten (wie Joghurt, Käse, Butter) und Ölen als Quelle gesättigter und ungesättigter Fettsäuren zur Energieversorgung und zum Aufbau von Membranen und Zellen.

 

Die fünfte und letzte Gruppe bilden Fleisch und Fleischprodukte mit tierischem Eiweiß zur Regeneration von Hormonen, Nerven und Muskeln. “Vieh, das reine Nahrung frisst, z.B. Gras und ähnliche Weidekräuter, ist für den Mensch gut zu Essen.” Entsprechend ist vor allem Wild, Lamm und Ziege empfohlen.

 

Auf der anderen Seite benennt Hildegard von Bingen sog. „Küchengifte“, wie Pflaumen, Porree/ Lauch, Schweinefleisch und generell rohe, unverarbeitete Lebensmittel.
 

Ernährung nach von Hildegard von Bingen als ganzheitlicher Ansatz. Für viele Menschen wird sich diese Küche gut eignen. Manche werden meinen, dass dieses alte Wissen aus dem 12. Jahrhundert überholt ist - was angesichts zahlreicher neuerer ernährungs- physiologischer Erkenntnisse in Teilen sicher zutreffen mag.
Letztlich darf jede/r für sich selber herausfinden, welche Bausteine für ihn/ sie Sinn machen und welche nicht. Ein ganzheitlicher Aspekt ist jedoch bei jeder Ernährungsform wichtig: Neben der physiologischen Wirkung will auch die Seele genährt werden - es darf also lecker sein ;-)
 

Quellennachweis:
Wighard Strehlow: ”Die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen”, Knaur Verlag 2009 

Lydia Reutter: “Heilfasten nach Hildegard von Bingen”, AT Verlag 2006

 

 

Miriam Großhennig  

 

 

 

 

Bild zur Meldung: © pixabay.com

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