Gedankenfasten

Es ist möglich, von so ziemlich allem zu fasten. Noch vor einigen Jahren hätte ich allerdings nicht gedacht, dass man dies auch in Bezug auf seine Gedanken tun kann - meine bisher größte Aufgabe in Sachen Stressbewältigung.

 

Als hochsensible Person reagiere ich besonders empfindsam auf meine eigenen Gedanken und deren implizite Bewertungen. Gedanken, die bei anderen Menschen einfach „durchrauschen“, können bei mir regelrecht Stress auslösen. Hier half mir das Fasten von negativen Gedanken. Im Folgenden beschreibe ich, wie eine gedankliche Fastenkur aussehen kann.

 

Doch zuerst: Woher kommen unsere wertenden Gedanken eigentlich? Die meisten dieser Gedanken kommen von außen. Wir erhalten sie durch unsere Herkunftsfamilie, die Schule und das gesellschaftliche Umfeld in dem wir groß werden. Oft besteht unser Denken über uns daher aus Glaubenssätzen, die wir übernommen haben. Als Kinder konnten wir nicht entscheiden, was wir in uns hinein lassen und was nicht. Gedanken haben ein Eigenleben. Sie sind chaotisch, widersprüchlich, wiederholen sich und sind beurteilend.

Den meisten von uns ist nicht bewusst, dass wir die ganze Zeit denken. Wir sind außerdem selbst unsere stärksten Kritiker*innen. Glaubenssätze und die inneren Kritiker*innen führen dazu, dass unsere Gedankenwelt häufig aus negativen Bewertungen besteht.

In einer reizüberfluteten Umgebung werden wir kaum eine buddhagleiche Leere im Kopf erreichen können. „Einfach abschalten“ ist nicht möglich. Wir sind jedoch in der Lage, zu lernen, wie wir unser Denken in positivere Bahnen lenken können. Übung macht die Meister*in:

 

Beginne, indem Du Deine Gedanken beobachtest. Solltest Du bspw. feststellen, dass Du länger als zwei Minuten über eine Sache nachdenkst, könnte das bereits Grübeln sein. Identifiziere diejenigen Gedanken, die Dir auf den ersten Blick nicht nützlich oder die mit einem unangenehmen Gefühl verbunden sind.

Hier einige Klassiker: „Ich bin zu doof!“, „Das schaffe ich nicht!“ oder „Sind das denn alles nur Idioten um mich herum?!“. Entscheide Dich dann dafür, diesen Gedanken weder zu glauben, noch ihnen viel Raum zu schenken. Sie dürfen da sein, aber auch gerne gleich wieder gehen :).

Neben dem Meditieren kann hier das Hören von Podcasts helfen, Singen, Sport, Lesen, das Sehen eines Films oder ein Gespräch mit einer Person. Es ist alles erlaubt, was Dir ermöglicht, aus Deinem Gedankenkarussel auszusteigen.

Meine Lieblingsmethode im Gedankenfasten: Schreibe Dir jeden Abend fünf Dinge auf, für die Du dankbar bist. Wenn Du beginnst, den Fokus stärker auf die positiven Dinge zu lenken, werden die negativen Gedanken abnehmen.

 

Katharina Höricke

 

 

Bild zur Meldung: © Patrick Schneider auf unsplash.com

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