Das hochsensible Nervensystem

Laut des aktuellen Forschungsstandes verfügen alle Organismen mit einem Nervensystem über unterschiedliche Sensitivitätslevel. Menschen können weniger sensitiv, mäßig oder besonders sensitiv sein. Die Übergänge dabei sind fließend.
Es wird angenommen, dass die Sensitivität des Nervensystems verschiedene Auswirkungen auf die Wahrnehmungsfähigkeiten hat. Bei der Hochsensitivität (auch Hochsensibilität oder Neurosensitivität) besteht eine gesteigerte Fähigkeit, Reize zu registrieren und wahrzunehmen. Diese gesteigerte Fähigkeit der Wahrnehmung birgt tiefgreifendes Potenzial in sich, wenn die Möglichkeit zur Entfaltung da ist. Werden die hochsensiblen Fähigkeiten eher als ein Mangel wahrgenommen oder unterdrückt, kann sich das negativ auf die Person auswirken.
 

Es ist in der Forschung wohl nachgewiesen worden, dass Personen mit einer gesteigerten Umgebungswahrnehmung, also hochsensible/hochsensitive Personen, stärker zu Ängstlichkeit, Stress, negativer Gestimmtheit, Neurotizismus und Zwangsstörungen neigen. Es ist daher wichtig, sich dieses Persönlichkeitsmerkmals bewusst zu sein, ohne es als einen Mangel zu interpretieren. Für Hochsensible, die nicht wissen, dass sie hochsensibel sind, ist es oftmals ein äußert beruhigender Erkenntnisgewinn, zu erfahren, dass sie total normal sind und nur ein sensitiveres Nervensystem besitzen.
Ein hochsensibles Nervensystem ist empfänglicher für äußere und auch innere Reize. Dabei ist die Reizschwelle häufig niedriger als bei den meisten anderen Menschen. Es braucht zudem eine längere Zeit, um die Reize verarbeiten zu können.

 

Gibt es keinen Ausgleich zu der Informationsflut, kommt es zu einer Überreizung.
 

Angenommen, Du bist hochsensibel und Du bist Dir dessen nicht bewusst, dann kann es sein, dass Du in unserer Hochleistungsgesellschaft mit ihren vielen Sinnesreizen schnell an eine Grenze Deiner Aufnahme- und Verarbeitungsmöglichkeiten kommst.
Hochsensible Menschen funktionieren oftmals nicht so, wie es im Allgemeinen in unserer westlichen Zivilisation erforderlich ist und erwartet wird. Hochsensible Menschen brauchen mehr Ruhephasen, Alleinzeit und legen viel Wert auf Sinnhaftigkeit. Großraumbüros sind ihnen ein Graus. Sie benötigen eine eher reizarme Umgebung, um beispielsweise am Arbeitsplatz effektiv zu sein. Hier ist im Besonderen ein Verständnis von Arbeitgeber*innen gefordert.

Hochsensibilität ist nicht als Mangel oder Disposition zu bewerten, sondern als Persönlichkeitsmerkmal. Die Fähigkeit, gesteigert wahrnehmen zu können, birgt viele positive Aspekte in sich. So sind sogenannte HSPs besonders empathisch, nehmen mehr Details wahr und sind in der Lage, Komplexität besser zu erfassen.
Egal, wie sensitiv Du bist - Bewusstheit darüber zu haben, dass wir unterschiedlich sensitiv sind und verschieden intensiv wahrnehmen, erleichtert das Zusammenleben und sorgt für mehr Verständnis füreinander.

 

Katharina Höricke

 

 

Bild zur Meldung: © pixabay.com

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