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Herz und Autonomie

Das Herz wird häufig als Organ der Liebe bezeichnet. Dass es unmittelbar mit Autonomie zu tun hat, wird eher weniger betrachtet. Hier also ein kleiner Impuls dazu.

 

Die Funktion des Herzens steht in engem Zusammenhang mit dem Autonomen Nervensystem. Dieses reguliert die Herztätigkeit und passt sie an äußere und innere Herausforderungen und Einflüsse an, zumeist sind die Vorgänge eher unbewusst und geschehen unwillkürlich. Seit der Polyvagal Theorie nach Porges ist bekannt, dass das Autonomen Nervensystem nicht nur mit Kampf- und Flucht-Reaktionen zu tun hat, sondern auch mit Erstarrung und Depression. Dies wirkt unmittelbar auf die Herztätigkeit ein, was ein natürlicher und angemessener Vorgang ist. Problematisch wird es nur, wenn diese Einflüsse auf das Herz dauerhaft bestehen bleiben oder wenn dies unbemerkt und eher unterschwellig geschieht, gerade in Krisenzeiten ist dies vermehrt zu beobachten.

 

Die Herztätigkeit kann gemessen und berechnet werden, um Rückschlüsse auf den Zustand des Autonomen Nervensystems zu gewinnen und wir können mit Biofeedback trainieren, die Stressverarbeitung bewusst erlebbar und effektiv beeinflussbar zu machen. Aber auch ohne diese technischen Errungenschaften können wir unmittelbar Einfluss nehmen, indem wir unsere Atmung beobachten. Sollten wir entdecken, dass die Atmung eher oberflächlich verläuft, können wir uns einladen, mehr in den Bauch zu atmen und bewusst wahrnehmen, wie sich unsere Stressreaktionen verändern. Zum Einüben der Bauchatmung ist es hilfreich, dies zunächst im geschützten Raum zu Hause zu tun, leichter geht es im Liegen in Rückenlage, mit angestellten Beinen. Beobachten Sie, wo überall sich etwas im Zusammenhang mit der Atmung im Bauchraum bewegt, gut lässt sich das unterstützen, indem Sie anfangs eine Hand sanft auf den Bauch legen. Sobald Ihnen das besser gelingt, können Sie es im Stand und im Sitzen üben. Und dann können Sie es auch in akuten stressigen Momenten anwenden.

 

Das Besondere der Polyvagal-Theorie, liegt nun darin, dass gezeigt wird, wie emotionales und soziales Miteinander, Kommunikation und Umwelt unmittelbar mit dem Autonomen Nervensystem verknüpft ist, was sich u.a. in Gesichtsausdruck, Stimme und Hören ausdrückt. Wenn wir uns also als Soziale Wesen sicher fühlen, ist unser Autonomes Nervensystem reguliert, wir haben einen freundlich wohlwollenden Gesichtsausdruck, eine angenehme Stimme und können Geräusche richtig einordnen, unser Organismus gibt uns den Raum für Kreativität und Liebe.

Wir können uns so verwirklichen, wie es für uns in jeder Hinsicht angemessen ist, uns in unserem Leben liebevoll, kreativ und selbstverantwortlich entfalten, Autonomie und Herz schwingen stimmig: Autonomie ist gesund fürs Herz!

 

Dieter Schrank

 

 

 

Buchempfehlungen:

  • Franke-Gricksch, Nicole, Heimann, Jens-Falk, (2015). Der Puls des Lebens - Die Signale des Herzens verstehen. Staufen: PACs Verlag. ISBN 9783944697024
  • Rosenberg, Stanley, (2017). Der Selbstheilungsnerv. Kirchzarten: VAK Verlag. ISBN:  978-3867312110
 

Foto: © pixabay.com

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